
So öffnen sich in Kolumbien manche Türen – andere haben sich hinter mir geschlossen.
Ein typischer Sonntagsausflug stand gestern auf dem Programm … nach Retiro, einem kleinen Städtchen unweit von Medellín auf dem Land. Kolumbianischer hätte es nicht sein können: bunt angestrichene Häuser, wunderschöne Innenhöfe und vor allem diese Farben und Farbkombinationen: Türkis mit dem Blau des hellen Himmels, Flieder mit Beige… gute Laune garantiert und für umgerechnet ca. 80 Cent Myrre ergattert.

Diesmal war ich mit anderen Biologen im Auto unterwegs. Das hatte den tröstlichen Effekt, dass ich nicht wie sonst die Einzige war, die weniger auf den Weg als auf die Umgebung geachtet hat und immer mal anhalten wollte, um Pflanzen genauer zu inspizieren. Und es gab wieder jede Menge genauer zu sehen: Bananenstauden, schwarzäugiger Susanne, Eukalyptus, Pinien, Bambus, Baumfarne (meine Lieblinge), Taglilien, Tillandsien… es ist die reine Wonne!
Zuvor hatte ich die Gelegenheit von einem zentral gelegenen Aussichtspunkten von Medellín einen Überblick über die Stadt zu bekommen. Diese Stadt hat einfach gigantische Ausmaße. Lediglich drei bis vier historische Gebäude waren auszumachen. Alles andere Geld wird in Betongold verwandelt.
