Was soll ich sagen? Es könnte in der Tat schlimmer sein! Die verschiedenen Pavillons und Gebäude der Schule liegen auf einem großem parkähnlichen Gelände verteilt. Meine weitläufigen Wege führen mich an den schönsten Gewächsen vorbei. Wie soll man sich da auf das Unterrichten konzentrieren können?

Zwischendrin laufen einem gerne unvermittelt kleine Kindergartenknirpse voll unerschrockenem Enthusiasmus entgegen, Schüler einheitlich in schwarze Jogginghosen gekleidet sind auch ein gewöhnungsbedürftiger Anblick. Obwohl die Schüler nicht wirklich sehr leise sind, entspannt sich alles durch die Größe des Areals.

Die Mensa befindet sich unter dem offenen Dach. Jeden Mittag kann man hier im Freien essen mit Blick auf das Schwimmbad, das zu bestimmten Zeiten auch von der Lehrerschaft benutzt werden darf.

Nach langer Zeit habe ich heute wieder den Unterricht einer 9. Klasse hospitiert. So junge Schüler bin ich gar nicht mehr gewohnt. Die wenigen Mädchen der Klasse saßen versammelt in der letzten Reihe im Biologieraum – still, verhalten, aber fleißig – auch in Kolumbien.
In den kommenden Wochen werde ich das Privileg haben, viel zu hospitieren und das IB (Internationales Bachillerato) – Programm genau kennen zu lernen. Das Fach Biologie ist dabei einer der tragenden Säulen am Colegio. Die sprachlichen Hürden und Grenzen der Schüler waren heute überdeutlich zu spüren, welches wahrlich bei dem Thema „Proteinaufbau“ nicht wunder nimmt. Sprachsensibel wird bzw. ist man hier automatisch! Aber der Unterricht scheint mir doch eher auf die Erfüllung des straffen Lehrplans für das IB ausgerichtet zu sein als auf die Erarbeitung der zugrunde liegenden Prinzipien. Ich werde sehen!
